jbs rinderhefe 5-10 b

Lebendhefe für ökologische Rinderhaltung geeignet

Auf einen Blick

  • kann in der ökologischen Produktion gemäß den Verordnungen (EG) 837/2007 und (EG) 889/2008 verwendet werden
  • DE-ÖKO-006
  • mehr Fett und Eiweiß
  • mehr Milch
  • höhere Vitamin- und Biotinproduktion im Pansen
  • stabilisiert den Pansen, besonders unter Stress
  • reduziert das Acidoserisiko
  • weniger Futterreste im Kot

Bessere Futterverwertung - bessere Tiergesundheit

jbs rinderhefe 5-10 b enthält Lebendhefe, die durch einen speziellen Trocknungsprozess kleine Kügelchen bildet. Dabei werden die lebenden Hefezellen von einer Schicht inaktiver Hefe ummantelt. Das ist wichtig, damit die Lebendhefe erst im Pansen aktiv wird und vor Luft, Feuchtigkeit und Gärsäuren geschützt bleibt.

jbs rinderhefe 5-10 b enthält: lebende Hefe, inaktive Hefe, Mineralstoffe.

Verpackung

20 kg Sack

Anwendung

jbs rinderhefe 5-10 b sollte regelmäßig in ausreichender Menge gefüttert werden. Deshalb empfehlen wir die Dosierung von 1 g je kg Trockenmasseaufnahme (z. B. über die TMR).
Die Hauptanwendung von jbs rinderhefe 5-10 b sollte von 1 - 2 Wochen vor dem Kalben über die gesamte Laktation bis zum Trockenstehen erfolgen. Da die Trockenmasseaufnahme hochtragender Kühe ohnehin gering ist und der Verbrauch von jbs rinderhefe 5-10 b dadurch reduziert wird, werden die sonst üblichen Kosten in der Anfütterungsphase nahezu halbiert.

Lebendhefe ist auch bei Mastrindern und weiblicher Nachzucht effektiv, so dass jbs rinderhefe 5-10 b auch in Futterresten sinnvoll aufgehoben ist. Es ist aber - wie sonst auch - darauf zu achten, dass nur Futterreste einwandfreier Qualität vorgelegt werden.

Je häufiger frisches Futter vorgelegt wird, desto besser ist die Futteraufnahme und somit die Energieversorgung von Milchkühen und Rindern.

In einem jbs-Feldversuch mit 111 Betrieben bestätigten sich die allgemeinen Versuchsergebnisse zur Verfütterung von Lebendhefe an Milchkühe auch bei unseren Kunden. Die tägliche Milchleistung stieg im Durchschnitt aller Betriebe um 0,68 kg, bei den Betrieben mit Futtergruppen um 1,59 kg Milch an. Gesundheitseffekte zeigten sich vor allem im Bereich der Stoffwechselstörungen Acidose und Ketose. 100 % der Betriebe mit Futtergruppen berichteten, dass Acidosen und Ketosen seltener auftraten.
Bezogen auf alle Betriebe konnten bei Acidosen 90 % und bei Ketosen 80 % der Betriebe gute Ergebnisse verzeichnen.

Durchschnittliche Effekte aus zwei Versuchen

1. Feldversuch Frankreich, 541 Kühe von 22 Betrieben
2. Universität Utrecht, 67 Kühe

Milchfett & -eiweiß - Produktion Milchleistung
Milchfett (g/Tag) Milcheiweiß (g/Tag)    
Kontrolle Lebend-Hefe Kontrolle Lebend-Hefe Kontrolle (kg/Tag) Lebend-Hefe
1.  1199 1254 (+ 55 g) 894 938 (+ 44 g) 27,1 28,6 (+ 1,5 kg/T.)
2.  1360 1380 (+ 20 g) 1170 1230 (+ 60 g) 33,8 35,7 (+ 1,9 kg/T.)

Quelle: Lesaffre Feed Additives

Siebtest

Fütterung ohne Lebendhefe
Fütterung ohne Lebendhefe

Der Siebtest bietet mit einfachsten Mitteln die Möglichkeit, sich ein Bild von den Vorgängen im Verdauungstrakt der Kuh zu machen. Eine Kotprobe wird in ein gewöhnliches Haushaltssieb gegeben und mit Wasser ausgespült, bis das Wasser klar ist. Zurück bleiben die unverdauten Futterbestandteile. Menge und Art der Rückstände zeigen die Intensität der Verdauung an.

Fütterung mit Lebendhefe
Fütterung mit Lebendhefe

Wird Lebendhefe gefüttert, ist dies deutlich sichtbar an einer reduzierten Menge an Reststoffen. Dabei nimmt besonders der Anteil an Maiskörnern ab.

Wirkung der in jbs rinderhefe 5-10 b verwendeten Lebendhefe Saccharomyces cerevisiae im Pansen

Lebendhefe verbraucht den Sauerstoff im Pansen

Sauerstoff wirkt auf die meisten Pansen-Mikroorganismen toxisch. Lebendhefe reduziert Sauerstoff, die Zellulose abbauenden Mikroorganismen nehmen zu. Das zeigt sich schon nach kurzer Zeit im Kot der Tiere (siehe oben); Faser- und Körnerreste nehmen ab. Durch die Bindung des Sauerstoffes an Lebendhefe steht mehr freier Wasserstoff zur Bildung von Propionsäure zur Verfügung.

Sowohl bei energieärmerer Fütterung in der Trockenstehphase als auch in der Laktation steigt die Produktion von Propionsäure im Pansen deutlich an. In der Leber wird diese später in den Energielieferanten Glukose umgewandelt.

Lebendhefe unterstützt die faserabbauenden Bakterien im Pansen

Lebendhefe unterstützt besonders die Fraktion der empfindlichen faserabbauenden Bakterien.

Im Versuch konnte gezeigt werden, dass bei der Summe der pflanzlichen Gerüstsubstanzen (NDF) die Verdaulichkeit signifikant verbessert wurde. Interessanterweise bestand dieser Effekt vor allem aus der Verdopplung der Verdaulichkeit bei den schwer verdaulichen Fasern (ADF).

Stabilisierung des pH-Werts

Der Stabilisierung des pH-Werts im Pansen kommt eine besondere Bedeutung zu (siehe Grafik).

Bei pH-Werten unter 5,8 besteht die Gefahr, dass die Pansenschleimhaut durch die Säure irreversibel geschädigt wird und dass Pansenbakterien in großer Zahl absterben. Beim Zerfall von Bakterien werden Endotoxine freigesetzt, die zu Vergiftungserscheinungen wie z. B. Klauenrehe führen. Mit Lebendhefe lässt sich diese Entwicklung vermeiden und der pH-Wert bleibt im sicheren Bereich über 6 (obere Kurve). Pansenbakterien und Pansenschleimhaut werden geschützt.

Pansen-Querschnitt
Pansen-Querschnitt

Ein dichter „Rasen“ aus Pansenzotten kennzeichnet einen leistungsfähigen Pansen.

Achtung: Entgiftungsfunktion erlischt!

Eine ganz wesentliche Funktion des Pansens gerät bei pH-Werten unter 6 ins Stocken: der Abbau von Toxinen durch Einzeller wie Protozoen. Letztere bauen komplizierte Moleküle wie Mykotoxine ab, brauchen aber einen höheren pH-Wert, um ihre Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. In einem Pansen mit häufig tiefen pH-Werten ist also die Gefahr groß, dass Toxine nicht abgebaut werden und im weiteren Verlauf des Verdauungstraktes über das Blut in sämtliche Organe gelangen.

Verbesserung der Eiweißversorgung

Ein gut funktionierender Pansen ist die Grundvoraussetzung für eine gesunde, leistungsstarke Kuh. Je mehr Mikroorganismen im Pansen aktiv sind, desto besser ist die Futterverwertung.
jbs rinderhefe 5-10 b erhöht die mikrobielle Population im Pansen und ermöglicht der Kuh somit neben einer effektiveren Umsetzung des Futters und einer erhöhten Futteraufnahme eine bessere Versorgung mit hochwertigem, verdaulichem Bakterieneiweiß. Das wirkt sich positiv auf die Milchleistung aus.

Fütterung einschätzen anhand der Milchinhaltsstoffe

Für die Lösung von spezifischen Problemen mit der Tiergesundheit sind intensive Untersuchungen notwendig. Tankproben der Molkerei und Einzelergebnisse der Milchkontrolle bieten jedoch eine gute Datengrundlage für eine erste Beurteilung der Fütterung.

Milchfettgehalt

Der Milchfettgehalt wird bestimmt vom Essigsäure : Propionsäureverhältnis im Pansen. Je mehr Essigsäure, desto höher ist der Fettgehalt in der Milch. Obwohl die Fütterung den Haupteinfluss auf den Pansen und damit den Fettgehalt hat, wird die Höhe auch durch andere Faktoren wie Genetik, Rasse, Jahreszeit und Laktationsstadium sowie Melk- und Kühltechnik bestimmt.

Milchfettgehalt niedrig (< 3,6 %)

Mögliche Ursachen, die überprüft werden sollten:

  • Mangel an strukturierter Rohfaser, Wiederkautätigkeit reduziert (< 40 Kauschläge je Bissen) → Acidose
  • Partikelgröße der Ration insgesamt zu klein oder mit zu großen Partikeln, so dass die Kühe aussortieren können
  • zu viel leicht verdauliche Kohlenhydrate in der Ration → Acidose
  • zu viel Rohfett (ca. > 1 kg/Tag) führt zur Bildung von konjugierter Linolsäure und Hemmung der Milchfettsynthese im Euter
  • Futtermangel
  • Fehler in der Kühltechnik, Kühlung zu niedrig nahe Gefrierpunkt, Aufschäumen der Milch im Tank
Milchfettgehalt erhöht (> 5 %)
  • bei gleichzeitig niedrigen Eiweißprozenten (Fett : Eiweißquotient ≥ 1,5)
    Ketose in Betracht ziehen
  • Anteil Rohfaser zu hoch

Milcheiweißgehalt

Der Milcheiweißgehalt ist eine Messgröße für die Energieversorgung. Er hängt nicht so stark mit der Fütterung zusammen, wie der Milchfettgehalt und wird ebenfalls von den Faktoren Genetik, Rasse, Jahreszeit und Laktationsstadium beeinflusst. Die Differenz zwischen dem Eiweißgehalt im 1. und 3. Laktationsdrittel sollte 0,6 Prozentpunkte beim Einzeltier nicht übersteigen.

Milcheiweißgehalt niedrig (< 3,0 %)

Bezüglich der Fütterung sollten folgende Parameter geprüft werden:

  • zu niedrige Futteraufnahme
  • Energiegehalt der Ration nicht ausreichend für die Leistung
  • Mangel an (hochwertigem) Protein in der Ration
Milcheiweißgehalt hoch (> 3,8 %)
  • zu viel Kraftfutter / Energiekomponenten → Gefahr von Acidose
  • bei Problemen mit der Eutergesundheit weist der Eiweißgehalt tendenziell nach oben

Milchharnstoffgehalt

Der Milchharnstoffgehalt sagt etwas aus über die Verwertung des Futterrohproteins und die Pansenfunktion. Er sollte immer im Zusammenhang mit dem Eiweißgehalt (Energieversorgung) gesehen werden. Überhöhte Proteingehalte der Ration erhöhen den Harnstoffgehalt der Milch. Je nach Milchleistung gelten 300 mg / kg Milch als Obergrenze. Liegt der Milcheiweißgehalt im Normalbereich (3,2 - 3,8 %) und der Harnstoffgehalt über 300 mg, sollte die Proteinzufuhr reduziert werden, um eine unnötige Leberbelastung der Kühe zu vermeiden.

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